Als ich noch kein Tablet hatte, da brauchte ich auch keins. E-Books las ich so gut wie gar nicht, und wenn, dann auf dem Smartphone, das immerhin über vier Zoll Bildschirm zur Verfügung stellte. Für alles andere hatte ich einen Laptop.
Nach gut zwei Monaten Nexus 7 ziehe ich ein kleines Fazit: Für bestimmte Anwendungen ist ein Tablet wirklich besser. Aber ob ich mir darum extra ein Tablet kaufen würde?

Ende letzten Jahres, es war schon ziemlich die Luft raus und ich freute mich auf die Weihnachtsferien, da gewann ich auf dem Streamcamp ein Nexus 7. Die Teilgeber hatten meine Session zur besten Session des Tages gewählt. Zunächst wusste ich nicht so recht, was ich mit anfangen sollte, aber ich freute mich auf jedenfall sehr.

Mittlerweile habe einiges ausprobiert und das Tablet jeden Tag mindestens eine Stunde im Einsatz gehabt. Hier sind also die Top 5 Anwendungtsgebiete für ein (mein) Tablet:

1) E-Book

Ich hätte es nicht für möglich gehalten. Aber nachdem ich dank des Internets fast völlig das Lesen ganz normaler Bücher wie zum Beispiel Romanen aus Totholz eingestellt hatte, hat mich das Tablet wieder zum Lesen gebracht. Den Anfang machte eine kostenlose Leseprobe des Buches Apocalypsis des in Köln lebenden Schriftstellers Maria Giardino. Das Buch liest sich leicht und fesselte mich, da es sich um die Geaschichte eines Kölner Journalisten handelt, der in Rom versucht herauszufinden, warum gerade er, der er ein Atheist ist, versucht die Zerstörung des Vatikan zu verhindern. Die Leseprobe verschlang ich während der Zugfahrten zur Arbeitt, das nächste Band kaufte ich für 99 Cent und verschlang es ebenso. Und als ich sah, das der Medicus im Kino kommt, da kaufte ich mir doch tatsächlich das E-Book für 7,99 €. Das bislang teuerste Objekt aus dem Play Store. Las ich Apocalypsis einfach zur seichten Unterhaltung und um rein zu kommen, gab ich für den Medicus Geld aus, obwohl ich die Totholz-Variante bereits im Bücherregeal stehen habe. Warum? Weil es wesentlich komfortabler ist, das Buch auf dem Tablet zu lesen und dabei zu haben, statt immer an diesen dicken Schinken denken und mitschleppen zu müssen.

Ich habe außerdem das Gefühl, da die Auflösung der Displays zwar hoch ist, aber wohl immer noch nicht so hoch, das sie dem gedruckten Schriftstück Konkurrenz machen könnte, das es wesentlich motivierender ist, ein Buch auf dem Tablet zu lesen, weil man öfter umblättern kann. Die Buchstaben sind größer und es passt weniger auf eine Seite. Und bei mir führt das dazu, das ich wesentlich schneller, öfter und motivierter Lese als ich es auf Totholz tun würde.

Hin und wieder nutze ich die Sync-Funktion von Chrome, um einen längeren Artikel auf dem Tablet zu lesen, obwohl ich gerade am Laptop sitze, denn es ist wesentlich angenehmer einen Artikel am Tablet zu lesen.

2) YouTube

Seit ich Let’s Plays für mich als Einschlafhilfe entdeckt habe, genieße ich es das Tablet mit ins Bett zu nehmen. Vorher wäre da ein Notebook gewesen, oder eben etwas weiter weg der an das Laptop angeschlossene Monitor. Alles längst nicht so gemütlich, denn das Laptop oder der Monitor geben eine bestimmte Liegeposition vor. Mit dem Tablet bestimme ich nun selbst wie ich liege. Die YouTube App ist gut, allerdings verstehe ich nicht, warum nicht wie im Brwoser das nächste Video einer Serie, sondern irgendein Video der Serie vorgeschlagen wird. Also Wenn ich ein Gronkh Let’s-PlayMinecraft Nummer 405 schaue, dann schlägt er 407 oder 500 vor, aber nicht 406. Etwas seltsam.

3) Das Notepad

Besprechung gefällig? Na klar. Das heisst dann das Notebook einpacken und mitschleppen, oder eben Stift und Papier. Nur um drei Worte oder ein Datum aufzuschreiben. Eher selten wird eine Besprechung so Aufwendig, das man wirklich ausgiebig mitschreiben muss. Das Tablet ist klein, leicht, komfortabel und es lassen sich Stichpunkte einfach und schnell mitschreiben. Ein cooles Gadget für eine Besprechung.

Disclaimer: Für längere Texte ist mir aber ein Tablet noch immer ungeeignet. Ich schreibe schneller und Fehlerfreier mit dem Smartphone oder am Laptop. Das mag eine Frage der Übung sein, ich bezweifle aber, das ich jemals so viel Übung haben werde, das ich wirklich lange Texte mit dem Tablet schreiben werde.

4) Instagram

Die Kamera des Nexus 7 ist wirklich nicht erwähnenswert. Darum nehme ich die Bilder mit dem Nexus 4 auf und bei geringer Bearbeitungsnotwendigkeit lade ich sie gleich hoch. Wenn etwas mehr Editing notwendig ist, schicke ich das Bild via NFC zum N7. wo ich es dann wesentlich komfortabler auf dem großen Screen bearbeiten kann.

Zum Browsen in Instagram ist das Display aber hervorragend geeignet und lässt einen teilweise erst einmal sehen, um was für Bilder es sich handelt.

5) Gaming

Gaming auf dem Smartphone nervt. Es gibt meiner Meinung nach nicht wirklich viele Spiele, die man auf einem Gerät, das lediglich über den Touchscreen gesteuert werden, spielen kann. Nichts kommt an ein ordentliches Gamepad ran. So blieb das Nexus 4 (und alle meine Vorgängergeräte) von wenigen Versuchen mal abgesehen, meist  von Games verschont. Mit dem Nexus 7 ändert sich das ein bisschen. Dank des großen Screens bleibt viel mehr Platz für das Spiel. Es hat einen guten Prozessor und genug Speicherplatz, damit Spiele einem nicht gleich den ganzen Speicher wegfressen. Kurz: Man kann auf dem Nexus 7 zocken! Es ist zwar noch immer nicht so wie mit einer Konsole, dem guten alten ersten Gameboy oder dem GameGear (<3). Die Zahl der spielbaren Spiele steigt aber drastisch. Von mir aktuell installierte Spiele: Dots, Dragon Hunter 4, Fiete, Gravity Guy, Inertia Lide HD, Meltdown, PLasma Sky, Sky Challenge 14, The Tapping Dead.

Gaming mit dem Nexus 7 leidet für mich aufgrund eines anderen Problems: Nach meinem Empfinden könnte der Touchscreen etwas empfindlicher sein. Ich muss oft mehrere Male drücken,um überhaupt einen Input zu generieren. Es gibt sogar einen Bug, der es mir komplett unmöglich macht über das Touchscreen überhaupt eine Eingabe zu machen, dann hilft nur ein Neustart.

Fazit

Das Tablet hat sich in den letzten Monaten seinen festen Platz geschaffen: Es ist ein Konsum-Gerät. Ich lese, schau’ Videos, scrawle durch Bilder, spiele hin und wieder ein Spiel. Es kann auch produktiv genutzt werden, doch gibt es dafür immer irgendwie ein besseres Gerät, sei es N4 oder Laptop, weswegen man es dann doch dort macht. Immer öfter passiert es sogar, das ich aufgrund des Tablets das Laptop nach der Arbeit aus lasse. Das führt nicht nur dazu, das man von vielen Arbeits-bezogenen Notifications verschont bleibt. Ich beginne mich nach der Arbeitszeit mit entspannenderen Dingen zu beschäftigen. Das Nexus 7 ist mein Laptop für die Freizeit geworden.

2 Kommentare Wozu ich ein Tablet nutze

  1. Malte

    Gut geschriebener Artikel. Ich persönlich nutze das Tablet nicht zum Spielen, da mir das zu klein ist. Aber ansonsten ähnlich. Soziale Netzwerke, Mail und Chat.

    Ich habe mal Ansätze versucht ein wenig damit produktiv unterwegs zu arbeiten, sprich Texte, Tabellen usw., musste aber feststellen, ohne Netzwerk (ich habe das Nexus WLAN Modell) ist das nicht möglich. Zumindest mit Google Docs nicht.

    Mittlerweile nutze ich GDocs so gut wie gar nicht mehr, sondern hauptsächlich Evernote, da ich da auch offline erstellen kann und diese Infos bei Netzwerkkontakt gesynced werden. Ist aber halt “nur” ein Notizbuch (wenn auch ein gutes), kann aber was GCalc angeht halt nicht mithalten.

    Was die Office Anwendungen angeht, hat Google hier meiner Meinung nach noch echten Nachholbedarf. Wenn man auch mal offline damit arbeiten könnte, wäre es ein echter mobiler Freund.

  2. Zeitraffer

    Hallo Leute: kennt Ihr das Sprichwort “Der Appetit kommt beim Essen” ? Das sagt mM nach alles.

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